Die Evangelische Kirchengemeinde
Berlin Hohenschönhausen/Nord
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Auf ein Wort.

Monatsspruch:  „Wo aber der Geist des Herren ist, da ist
Freiheit“ 2.Kor 3, 17

Liebe Gemeindebriefleserinnen und -leser!

Boh, was für eine Zusage von Paulus an seine Gemeinde und an uns. Das hört sichja wie ein Geschenk an, denn „der Geist weht ja, wo er will...“ und dann können wir uns bequem zurücklehnen und warten, bis der Geist und die Freiheit kommen. Unsere Realität sieht aber ganz anders aus. Freiheit fällt nicht vom Himmel, istnicht selbstverständlich und dennoch ein Geschenk. Das scheint auf den ersten Blick ein Widerspruch zu sein und berechtigterweise stellt sich die Frage: „Na,was denn nun, Freiheit als Geschenk oder arbeiten für die Freiheit?“. Paulus erlebt in Korinth beides, die Freiheit ist ein Geschenk, eine Zusage Gottesan uns, und das drückt er auch mit diesem Spruch aus. Diese Freiheit schließt unsere Antwort, unsere Verantwortung für eben dieses Geschenk mit ein. Freiheit und der verantwortliche Umgang damit brauchen einander. Und gerade in den Herbstmonaten denke ich immer wieder daran, wie Menschen ihre Freiheit und Verantwortung ernst genommen haben und im Herbst 1989 die friedliche Revolution in Gang gesetzt haben. Ich denke an den 09. November. Erster Gedanke für uns Berliner ist der Abbauund die Überwindung der Berliner Mauer. Aber ich denke auch an den 09. November 1938. Zwei sehr unterschiedliche geschichtliche Ereignisse, in derenTradition und Verantwortung wir stehen. Und gerade im Blick auf beide Ereignisse wird mir bei der Zusage von Paulus deutlich, eine zentrale Verantwortung für uns ist und bleibt, uns mit unserer Geschichte wohlwollend und kritisch auseinanderzusetzen. Wir müssen nicht mit dem Finger auf die anderen zeigen, sondern sind aufgerufen,uns mit dem Versagen und gelingenden Verhalten unserer Schwestern und Brüder an jenen Tagen zu beschäftigen, uns damit auseinanderzusetzen und vor allem unsdaran zu erinnern: „Erinnern für die Zukunft“: Denn die Zukunft ist gestaltbar und braucht unsereinnere Freiheit, die uns Gott geschenkt hat als eigenverantwortliche Menschen auf dieser Erde, die es zu bewahren gilt. Und das vielleicht sogar in besonderem Maßeund mit besonderem Blick im Herbst, wenn die Blätter fallen, der kalte Winter naht und schon in der Ferne der Frühling frohlockt. So lassen Sie uns doch treffen, in Verantwortung und Freiheit, immer wieder undauf jeden Fall am 09. November 2016, um 18.30 Uhr im GRÜZ, um inne zu halten, zu erinnern und unserer Freiheit und Verantwortung Ausdruckzu verleihen.

Bis dann.
Ihr Mario Schatta